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Baureihe 465 (ET 65)
Entwicklungs- und Einsatzgeschichte
Seit Inbetriebnahme der ersten Eisenbahnlinie in Württemberg anno Oktober 1845 waren die Dampfrösser der Inbegriff für Reisen auf der Schiene. Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich die Gelehrten dann mit der Frage der Elektrifizierung von Schienenstrecken. In Württemberg begannen im März 1931 die Bauarbeiten für die Elektrifizierung der Hauptstrecke Stuttgart - Ulm.
Die DRG beauftragte die Maschinenfabrik Esslingen (ME) mit dem Entwurf und Bau neuer Fahrzeuge für den elektrischen Stuttgarter Vorortverkehr. Die ME entwickelte einen neuartigen Trieb- und Steuerwagen, denn durch die Verwendung von Triebfahrzeugen konnte beim planmäßigen Kopfmachen im Stuttgarter Hauptbahnhof wertvolle Wendezeit gespart werden. 1932 stellte die ME die neuen Fahrzeuge vor. Der Triebzug bestand aus einem Triebwagen der Baureihe elT 12 (später ET 65 / 465) und einem Steuerwagen elS 22 (später ES 65 / 865). Als Mittelwagen wurden bis in die späten 50er Jahre die alten württembergischen Beiwagen der Gattung Bi/ci wü 29 weiter verwendet. Ein Durchgang zwischen Trieb- und Steuerwagen in andere Wagenteile war möglich, da die Fahrzeuge bei Ablieferung über Stirnwandtüren, Übergangsbrücken und Scherengitter verfügten.
Die Fahrzeuge der 1. und 2. Bauserie wurden noch genietet abgeliefert, während bei der 3. Bauserie Schweißtechnik zum Einsatz kam. BBC in Mannheim lieferte die elektrische Ausrüstung, die bei der ME dann eingebaut wurde. Zunächst waren die Fahrzeuge für eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h zugelassen. Nach Änderung der Getriebeübersetzung war ein Einsatz mit bis zu 85 km/h möglich.
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